Kolumnen von Otto Hegnauer


Landschule unter Blätterdach

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Signet ESMONO

(ESMONO=Ecole Soleil sur les Montagnes Noires=Schule "Sonne über den Schwarzen Bergen"=Schule für Kokorat=Strassenkinder )

Koordinaten der Schule nach Google-Earth 18°29'57.04" N / 72°17'6.06" W

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Schule oder Waisenhaus?

Zugeschnitten auf Kokorat = Strassenkinder

(01. Dez. 2012)

Eine Treppe muss her!

Schreiben zum Schmunzeln und gegen das Weinen ist nicht immer leicht, manchmal fast unmöglich. Seit einigen Tagen fällt mir auf, dass um die Essenszeit in der Trümmerburg zwei zerbrechliche Knäblein auftauchen und nicht etwa betteln, sich vor Scham am liebsten noch tiefer verkriechen würden, Melissa hat sie eingelotst in die Stube. Sie getrauen sich kaum abzusitzen aus Angst, sie könnten den "Thron" entweihen oder beschmutzen. Sie kämen aus der Schule, wo sie Zuflucht gesucht und gefunden hätten. Und werden hier täglich verpflegt, mehr als eine warme Suppe, die Schule ein Waisenhaus! Es gibt ja noch nicht genug "eigene" Kinder hier, und solche die hungern ...

Nach dem Essen schleichen sie wieder kleinlaut davon, nicht heim in die Büsche sondern "heim" auf die Strasse, wo sie die Nacht verbringen. Im Schutz der Eulen, Nachtfalter, Fleder- und Flattermäuse, und im Märchenreich der Träume, die wohl nie in Erfüllung gehen. Aber die Hoffnung, die bleint. Ja, du hast richtig gehört und gefühlt. Bis mittag bleiben sie in der Schule und lernen etwas. Es sind Waisen MIT "Eltern". Die "Eltern" wohnen sogar in der Nähe, aber sie wollen die Kinder nicht. Sie wollten sie nur "machen", aber später da wurden sie abgewimmelt. Oder fast zutode geprügelt, so fliehen sie von selbst. Von zuhause, auf die Strasse. Denn auf der Strasse, da lebt es sich besser.

Das sind ECHTE Strassenkinder, nicht aus einem Museum. Bei denen das Lakou-System nicht gegriffen hat. Auch nicht aus dem Museum, "Systeme" greifen nicht immer. Unten in der Stadt da gibt es Waisenhäuser. Aber die sind weit weg (wie die Schulen), und zudem knallvoll. Warum ich mich schäme, davon zu berichten? Weil ich sonst Spezialist der rosaroten Brille werde und gern "alles so unverdrossen sehe". Und weil ich mir selber als Bettler vorkomme.

Wir suchen nach einer Bleibe für die zwei Kleinen. Wir selber haben zu wenig Platz mit den zwei Zimmern der Trümmerburg. Von denen sie mir grosszügig eins abgetreten haben. Im andern stehen jetzt drei Betten und schlafen die Eltern, manchmal Gäste und oft bis zu zehn Kinder. Es gibt nur noch Platz für zwei Suppenteller. Das ist rundum so, man gewöhnt sich an alles.

Ja das Essen, das ist das grösste Problem. Haïtis und auch unserer Schule. Wunschträume sind hier gestattet und noch wirkliche Träume. Ein Wunschtraum der ESMONO wäre eine Küche mit Kochdienst, oder der Verpflegungswagen einer Hilfsorganisation, der jeden Tag herauf zur Brücke fahren und eine vorbereitete warme Suppe abgeben würde. Man müsste sie dann nur noch runtertragen zur Schule, oder eben oben essen. Aber Probleme sind da, um nicht abzuschweben und Wunschträume, um am Boden zu bleiben, wo liegt da der Unterschied?

Unten an der "Basis" verweigern sie (die einen, ich verallgemeinere NICHT!!!) den eigenen Kindern Obdach und Essen, oben nahe der "Spitze" schlemmern sie die Herzen hummelkleiner Kolibris (keine Angst, in Deutschland waren es Wachteln, seiner Zeit ... ). Nur Blinde erwarten, dass sich eine Gesellschaft in solcher Umgebung "normal" entwickelt. Oder sogar "höher".

Und doch, OHNE derartige "Entwicklung" würdest du die "Ausnahmen" (???), die prinzipiellen Fronarbeiter, die freiwillig Plastikabfälle vergraben und "Waisenkinder" von Rabeneltern verpflegen, gar nicht bemerken. Sie haben zwar schwarze Haut aber ein weisses Herz und es gibt sie auch, du musst sie nur erkennen und "besser" verallgemeinern. Oder überhaupt nicht, wenn du das noch kannst.

Vor wenigen Tagen schrieb ich "Ansturm aufs WC, das heisst aufs Dach. Ein Palmstamm dient als Behelfstreppe und kann schon viel helfen (Bild oben). Aber bald muss eine richtige Treppe her. Miesmacher, Meckerer, Besserwisser und Alleskönner gibt es mehr als genug. Während da oben meistens die Sonne scheint und die Schule gut vorwärts läuft. Wenigstens etwas, was läuft in Haïti, und zwar GUT läuft. Und schon wurde der Bau der Treppe gespendet. Vielen Dank! Sie wird zwar noch nicht in den Himmel führen, aber bis aufs Dach, und dort ist das WC. Das ist auch wichtig, ich habe es schon geschrieben. Und du weisst es wohl selbst ... !"

Mit oder ohne Zauberer.

Wow, die Treppe ist im Bau! "Wieder einmal singt und jubiliert «das Haus» , das Quartier, ganz Lakou-mango, man würde gern sagen das ganze Land, und mitsingen. Es wird gesungen, geklatscht, geklopft und getanzt - so laut dass es Schluchzen und Weinen übertönt. Aber geben tut es das doch ... "

Die Treppe steht! Kokorat mögen glauben, dass sie in den Himmel führt, und die Schule in die Zukunft. Sie beide haben ein wenig Recht. Jedenfalls weniger mühsam als eine Leiter, schon gar eine Himmelsleiter. Und jedenfalls bringt jede Hilfe eine Erleichterung. Auf- oder abwärts. Ergänzt mit Fleiss, Wille, Hoffnung und Glück, kann das vielleicht gelingen. Glauben wir fest daran!

Abstieg mit 80, damit ESMONO aufsteigt

Während der Abstieg zur ESMONO bald endet, wird am Aufstieg über die Treppe weiter gebaut, Stufen folgen. Ich habe schon in meiner Jugend den Himmel unter der Erde gesucht und gefunden, die Menschen nannten ihn irrtümlich "Höll"-Loch weil sie glauben, die Hölle sei unten (später, mit der "Wüste", da war es ähnlich). Heute mit 80, suche und finde ich Himmel immer noch tief unten im Abstieg, bei den Strassenkindern von Lakou-mango. Für sie ist er noch oben, es kommt eben auf die Sichtweise an. WC und Himmel hier in einem ...

Dass da unten Himmel ist, sehen die meisten nicht. Sie sehen nur Elend und Verzweiflung, Katastrophen und Abgrund am Leben vorbei. Aber die die da leben, können vergessen wie es anders wäre, singen und hüpfen, geniessen das was sie haben. Glücklich sein, muss man nicht lernen, das ist angeboren. Aber man kann es V-E-R-lernen. Wir versuchen zu helfen, es zu behalten.

Auf der westlichen Schluchtwand sei der Abstieg selbst für einen alten, oftmaligen Kili-Bezwinger "kriminell", habe ich etwas spassig geschrieben. Besonders nach dem 80. "Gebi". Doch war es gerade dieses Training, das mich für die Kokorat erhielt und "immer jünger macht", auch spassig. Ich schreibe ja zum Schmunzeln und gegen das Weinen, da sei etwas Spass erlaubt.

Der 80. fällt auf den 17. des Monats (Dezember), ich werde ihn an einem besonderen Ort feiern, mit jemand Besonderem natürlich; mangels Auto war ich schon lange nicht mehr da. Ich werde versuchen täglich zu berichten, und DU versuch bitte täglich meine Kolumnen zu lesen. Sollte es ab dem 13. ein paar Tage Funkstille geben, so liegt das nur an der Geographie.

Und das Holzschulhaus, das versprochene? Zur Beute der Seeräuber geworden??? Mein Freund und "Doppelgänger" Max ist leider schon ab nach Somalia, im Irrglauben, die Seeräuber hätten hier ausgedient (als V-Mann der US Coast Guard, Piratenjäger, Schiffs- und Flugkapitän, Rechtsanwalt, Abenteurer, Lehrer, Buch- und Filmautor "and more", arbeitet er für Reedereien, deren gekaperte Schiffe er wieder in die Hände der rechtmässigen Eigentümer überführt und sollte es zwar wissen, wohnte in Miragoâne, etwas weiter als Gresye. Dort ist auch das Piraten- und Heimatnest von Captain Max, der dort erlebte, wovon er schrieb (Geentert, Gekapert, Gerettet; Riva-Verlag ISBN 978-3-86883-097-2, deutsch übersetzt). Vielleicht darf ICH das nächste Seeräuberbuch schreiben? So in der Art: "In Haïti werden sogar Schulhäuser entführt" (Schulklassen WURDEN es tatsächlich schon).

Oder vielleicht hilft mir wieder ein Captain unter meinen Lesern weiter, so wie damals in Gresye, als ich in einer Kolumne schilderte, ein Frachter habe draussen auf dem Meer zur Geisterstunde sechsmal gehornt (Captain im Teufelsdreieck), worauf sich prompt der deutschsprachige Kapitän meldete und mich aufklärte, das sei das Signal für "Piraten an Bord". Er ist seitdem ebenfalls ein lieber Freund (mehr Infos siehe Bermuda -- hier spricht der Kapitän). Doch bevor wir abschweifen zu den Seeräuberträumen noch das Lied von Olmyda, das von der ESMONO:

Das ESMONO-Lied von Olmyda

Von der ESMONO: noch mehr Fotos

Eine Firma sammelt bei ihren Kunden für ESMONO, und
ESMONO im Film (darin tieferscrollen)

Neu ist auch "www.ESMONO.ch" eine Weiterleitung

Gute Geister haben ESMONO auf Facebook gepostet

Und ein Computer-Pilot fliegt uns im Heli zur ESMONO

Spendenkonto in Haïti:

Mystal C.Melise Kto.1711038636 Sogebank Truitiers Haiti SWIFT SOGHHTPP (es gibt in Haïti keine IBAN!)

in der Schweiz:

Otto Hegnauer Migrosbank IBAN CH0708401016802863506 Migrosbank Winterthur SWIFT MIGRCHZZ80A


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